11.11.2019, Heidelberg
Aktivierungskurs Physician Assistant in Heidelberg gestartet!

Ein Zeichen zur Sicherstellung der Medizinischen Versorgung.

Der Mangel an Ärzten und medizinischem Assistenzpersonal hat in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen. Insbesondere bei den Pflegeberufen, den Medizinischen Fachangestellten und den Zahnmedizinischen Fachangestellten ist in den kommenden Jahren mit einer weiteren Verschärfung der Situation zu rechnen. Parallel dazu zeichnet sich eine immer schwierigere Versorgungssituation im hausärztlichen Bereich ab.

Ein vielversprechender Lösungsansatz ist, durch erweiterte Delegation an akademisch qualifiziertes medizinisches Assistenzpersonal die Leistungserbringung am Patienten auf mehrere Schultern zu verteilen als bisher. Die Aufbauqualifikationen für Medizinische Fachangestellte wie VERAH, NÄPA und andere sind ein erster Schritt in diese Richtung gewesen, Leistungen, die bislang unter Arztvorbehalt standen, auch auf qualifiziertes Personal zu delegieren.

Dabei rückt der Einsatz von Arztassistenten (Physician Assistants) in der hausärztlichen Versorgung immer mehr in den Fokus und hat das Potenzial, einen signifikanten Beitrag zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung insbesondere auf dem Land zu leisten.

Wegweisende Kooperation mit der Medical School 11 i.Gr. *

Der Aktivierungskurs „Physician Assistant“ ist nun die konsequente Weiterentwicklung des Ansatzes, Medizinisches Assistenzpersonal für die unmittelbare Leistungserbringung am Patienten zu aktivieren. Ziel des neuen Kurses ist es, möglichst viele Menschen für die direkte Patientenversorgung unter wechselnden und sich verändernden Bedingungen (Digitalisierung / Telemedizin) zu aktivieren und zu qualifizieren. Das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. engagiert sich seit über 45 Jahren für die berufliche Aus- und Weiterbildung, Qualifizierung und Umschulung von Beschäftigten und Arbeitssuchenden. Christoph Glaser, Geschäftsführer des durchführenden Bildungswerks zum Kurskonzept: „Fachkräftemangel und Veränderung betrifft nicht die klassischen produzierenden Branchen, sondern auch immer mehr die Gesundheitsbranche. Deshalb wollten wir ein Zeichen setzen und unsere Kompetenz auch in diesem Bereich unter Beweis stellen. Das Expertenteam der Medical School 11 um Gründungspräsident Prof. Dr. Manfred Singer und Vorstand Dr. Werner Birglechner hat für uns die Konzipierung und inhaltliche Gestaltung übernommen – so ist ein bundesweit einzigartiges Leuchtturmprojekt entstanden.“

Die Teilnehmenden werden durch den Besuch des Kurses darauf vorbereitet, entsprechend des Heilkundegesetzes ärztliche, patientennahe Leistungen in Form von Delegation durch einen Arzt zu erbringen. Der Kursbesuch eröffnet daher zahlreiche Möglichkeiten, in Institutionen des Gesundheitswesens sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich arztentlastend tätig zu werden. Zudem dient er als Türöffner für ein anschließendes Studium „Physiasian Assistant“ – auch oder gerade für Menschen ohne Abitur aber mit einem Ausbildungsberuf im Gesundheitswesen und Arbeitserfahrung. Der Unterricht erfolgt durch Professorinnen und Professoren sowie Dozentinnen und Dozenten, deren fachliche Qualifikation vom Bildungswerk und der Medical School 11 sichergestellt wird. Bei späterer Aufnahme eines Studiums können gegebenenfalls, und nach Prüfung durch die Hochschule, Teile der Kursinhalte angerechnet werden.

Dr. Werner Birglechner, Vorstand der Medical School 11, berichtete von seiner Erfahrung auch als Studiengangleiter Physician Assistant in Rheine. „An der Medical School 11 setzen wir konzeptionell nochmals eine Schippe drauf. So wird im Studiengang Physician Assistant erstmalig der Schwerpunkt „Hausärztliche Versorgung“ angeboten werden. Studierende können dann im 5ten Fachsemester zwischen den beiden Vertiefungsrichtungen „Hausärztliche Versorgung“ und „Fachärztliche stationäre und ambulante Versorgung wählen“. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Fachärztlichen Vertiefung in zahlreichen ärztlichen Disziplinen wie z.B. Nephrologie, Chirurgie, Kardiologie, Wundversorgung und vielen mehr.“

Bis zu 100% Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit möglich
Die Kursgebühr kann nach dem Qualifizierungschancengesetz von der Agentur für Arbeit gefördert werden. Über die Förderfähigkeit entscheidet bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Arbeitgeberservice der zuständigen Arbeitsagentur, bei Arbeitssuchenden die örtliche Agentur für Arbeit. Der erste Kurs ist nun am Montag, den 11.11.2019 mit erfreulicher Resonanz von dreizehn Teilnehmenden gestartet.

Weitere Informationen zum Angebot
Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.
Annika-Maren Gebauer
Eppelheimer Straße 13
69115 Heidelberg
Telefon 06221 89077-19
E-Mail gebauer.annika-maren@biwe.de

*Vorbehaltlich der staatlichen Anerkennung und Studiengangakkreditierung