19.07.2018, Tübingen
Mehr als nur Sommer, Sonne und Badespaß - Hinter den Kulissen im Freibad, die Stadtwerke Tübingen öffnen ihre Türen zur Berufsorientierung

30 Schülerinnen und Schüler aus den 8. Klassen der Geschwister-Scholl-Schule, der Gemeinschaftsschule West in Tübingen, sowie der Friedrich-List Gemeinschaftsschule in Mössingen, besuchten im Rahmen des freiwilligen, berufsvorbereitenden Projektes „Berufswahlkompass Metall“ das Tübinger Freibad und setzten sich mit dem Beruf „Fachkraft für Bäderbetriebe“ auseinander.

Punkt 9:00 Uhr empfingen I. Straten (Sachgebietsleitung Stadtwerke Tübingen und Personalentwicklung & Soziales) und D. Letzgus-Maurer (Meister für Bäderbetriebe und Freibadleitung) die Jugendlichen im Freibad.

 

D. Letzgus-Maurer erkundigte sich bei den Jugendlichen, was sie sich unter dem Beruf der „Fachkraft für Bäderbetriebe“ vorstellten. „Na das ist doch der gut gebaute Kerl am Beckenrand, der auf die Gäste aufpasst und im Notfall ins Wasser springt“, scherzte ein Jugendlicher. „Haha, genau! Wir sorgen dafür, dass die Badegäste einen unbeschwerten und sicheren Aufenthalt im Freibad haben. Neben der Beckenaufsicht sorgen wir aber auch für die Funktionalität des Bads und die Hygiene und das bedeutet sich im Maschinenraum auch mal die Hände dreckig zu machen.“

 

Anschließend startete D. Letzgus-Maurer mit den Achtklässlern einen Rundgang durch das Freibad. Der erste Halt war das „Kinderbecken“. „Das ist ja leer“, stellte ein Teilnehmer fest. Während D. Letzgus-Maurer eine versteckte Luke im Boden öffnete, erklärte er: „Diese (kleinen) Becken werden jeden Morgen komplett geleert, gereinigt und wieder neu befüllt“. Im nächsten Augenblick spritzte Wasser aus allen Öffnungen des Beckens, sodass es sich nach und nach mit Wasser füllte. „Warum denkt ihr machen wir das?“, fragte D. Letzgus-Maurer die Schülerinnen und Schüler. „Wegen der Hygiene?“, antwortete eine Jugendliche fragend. D. Letzgus-Maurer nickte: „Genau, neben Müll und dem, was der Mensch ausscheidet, sind in den kleinen Becken nachts und früh morgens auch gerne Enten, die vor sich her planschen.“

 

Auf dem Weg zum Maschinenraum erklärte D. Letzgus-Maurer den Jugendlichen: In den großen Schwimmerbecken wird das Wasser ständig mit Hilfe von Pumpen im Becken umgewälzt, über einen Filter geführt und gereinigt. Zusätzlich wird das Wasser im geringen Maße gechlort. Der typische Chlorgeruch entsteht erst, wenn das Chlor mit beispielsweise menschlichen Körperflüssigkeiten reagiert. Ein Teil des Wassers wird bei der Filtersäuberung mit dem angesammelten Schmutz in der Kanalisation entsorgt. Dadurch entsteht Platz für kaltes Frischwasser. Mindestens 30 Liter Wasser pro Badegast.“

 

Im Maschinenraum erblickten die Jugendlichen eine Fülle an Maschinen. Gemeinsam mit D. Letzgus-Maurer vollzogen die Jugendlichen eine komplette Filtersäuberung. Anschließend überprüften sie in zwei Kleingruppen die Chlor- und pH-Werte des Wassers. „Was denkt ihr, welcher der richtige pH-Wert für ein Freibad ist?“, fragte Letzgus-Maurer die Jugendlichen. Die Achtklässler hatten auf die Frage keine Antwort. „Der optimale pH-Wert liegt zwischen 7,0 und 7,4. Nur dann ist eine optimale Wasserpflege gewährleistet und der natürliche Säureschutzmantel der menschlichen Haut das wird nicht angegriffen.“
Mit gesäuberten Händen und Badekleidung mündete der Betriebsbesuch im Wasser. Hier erlebten die Jugendlichen die körperlichen Anforderungen an die „Fachkraft für Bäderbetriebe“. Einen leb- oder bewusstlosen Körper aus dem Wasser zu retten, verlangte dabei so manch einem Teilnehmer sehr viel ab. „Puh, ganz schön anstrengend. Hinter dem Beruf steckt mehr als ich erwartet habe“, stellte ein Jugendlicher fest.

 

Das Projekt „Berufswahlkompass Metall“ wird von der Bundesagentur für Arbeit und vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V., Südwestmetall gefördert.