09.04.2019, Schwäbisch Gmünd
Schülerinnen und Schüler der Rauchbeinschule sägen an den eigenen Ästen

Die Streuobstwiese der Rauchbeinschule wurde für einen halben Tag zum Lern- und Erlebnisort für die Schülerinnen und Schüler des Projektes Kooperative Berufsorientierung aus der VKL 1.

„Heute ist ein besonderer Tag,“ eröffnete Ulrike Müller, Konrektorin der Rauchbeinschule, den Baumschnittkurs unter der Leitung von Franz-Josef Klement, Obst- und Gartenbauberater des Landratsamtes. Tatkräftig unterstützt wurde er von den beiden Obst- und Gartenbau Fachwirten Walter Cerny und Rudolf Zeller, vom Obst- und Gartenbau Verein Schwäbisch Gmünd. „Es ist eine super Sache und nicht selbstverständlich, wenn Fachleute sich Zeit nehmen und ihr Wissen an Schüler weitergeben,“ beendete Ulrike Müller ihre Einführung.

 

Wussten Sie, dass ein Apfel schneller und nachhaltiger fit macht als eine Tasse Kaffee? Oder dass der Apfel bereits 10.000 vor Christus in der Region des heutigen Kasachstans angebaut wurde? Die Hauptstadt dieser Region hieß ehemals Alma-Ata, was Stadt des Apfels bedeutet. Kultiviert wurde die Frucht in der Antike durch die Griechen und die Römer. Dies und die Grundlagen des Obstbaumschnittes erklärte Franz-Josef Klement in seiner theoretischen Einführung. Dass Bäume zu schneiden viel Wissen braucht und für das Leben eines Baumes wichtig ist, darüber waren sich die beiden Schüler Gabriele und Gabrielus nach der Einführung einig. Trotz des Regens konnten es die Schülerinnen und Schüler kaum erwarten, endlich die Sägen in die Hand zu nehmen.

 

Nach einer Sicherheitsunterweisung im Umgang mit Sägen und Leitern konnten sie endlich loslegen. „Die Zusammenarbeit und das wir uns gegenseitig die Leitern festgehalten haben,“ war für Dimitrij, Kinza und Nihal die wichtigste Erfahrung. Es kostete anfangs manche Überwindung auf die hohen Leitern zu steigen. Gerne beantworteten die Fachleute den Schülerinnen und Schülern auch Fragen zu ihrem Berufsweg. Alexandru war so begeistert, dass sein Fazit war: „Das hat Spaß gemacht und war nicht langweilig. Das würde ich auch als Beruf machen.“ Esan hingegen kann sich Bäume schneiden als Hobby gut vorstellen. Alle Schülerinnen und Schüler waren einhellig der Meinung, dass es zwar anstrengend, aber „eine echt coole Aktion“ war, die sehr viel Spaß gemacht hat. Andrea und Sananik meinten sogar: „Das war der beste Tag an der Schule“.

 

Auch die Experten zogen ein positives Resümee. So war Franz-Josef Klement sehr angetan davon, wie gut die Klasse bei der Sache war. Walter Cerny und Rudolf Zeller erklärten: „Jungen interessierten Menschen etwas vermitteln zu können macht auch uns Spaß.“ Das Fazit von Jörg Luigart, der als Klassenlehrer die Schülerinnen und Schüler im Projekt begleitet, brachte den Tag auf den Punkt: „Es ist immer eine Freude, Schülerinnen und Schüler so intensiv und mit so viel Begeisterung an einer Aufgabe zu sehen, die sie allumfassend fordert.“ Dieser Tag war ein Highlight für alle Beteiligten resümiert Annette Struck von BBQ Berufliche Bildung gGmbH. Als außerschulischer Projektpartner unterstützt BBQ die Schulen bei der Umsetzung.

Der Baumschnittkurs fand im Rahmen des Projektes Kooperative Berufsorientierung statt. Mit Hilfe des Projektes soll ein landesweites Konzept für intensive Lernkooperationen – unter Einbeziehung regionaler Partner – entwickelt und erprobt werden, das individuell auf Schulen zugeschnitten ist. Projektthema an der Rauchbeinschule ist die Erweiterung und Pflege des Schulgartens, sowie die Verwertung der Produkte. Seit September 2018 treffen sich die Schüler und Schülerinnen der VKL 1 jeden Montag unter der Leitung ihres Klassenlehrers Jörg Luigart und kümmern sich um den Schulgarten. Ziel des Projektes ist, an der Schule Lern- und Erlebnisräume zu schaffen, um den Schülerinnen und Schülern Naturerfahrungen zu ermöglichen.

 

Möglich ist diese innovative Form der Berufsorientierung durch das Projekt Kooperative Berufsorientierung des Kultusministeriums Baden-Württemberg. Gefördert werden die einzelnen Projekte von der Bundesagentur für Arbeit und dem Europäischen Sozialfonds.