12.04.2019, Kressbronn
Klasse Einblicke in den Alltag eines technischen Berufes

Im Rahmen des BBQ-Projekts „TECademy“ erlebten 20 Realschüler des Bildungszentrums Parkschule einen spannenden Tag im ifm Ausbildungszentrum.

Eigentlich will Jonathan Dietrich Pilot werden. „Es muss aber auch einen Plan B geben“, sagt der 15-Jährige selbstbewusst und kann sich nach seinem Schulabschluss zunächst gut eine Lehre mit technischen Inhalten vorstellen. Manche seiner Mitschüler wissen hingegen noch nicht, ob sie in ihrem späteren Leben etwas mit Technik und Naturwissenschaften am Hut haben wollen. Sie alle sind bei der „TECademy“ an der richtigen Adresse. Bei diesem Projekt geht es nämlich darum, in die Arbeitswelt von betrieblichen Fachkräften und Ingenieuren reinzuschnuppern, einen Einblick in verschiedene Einsatzbereiche zu bekommen – um somit auch auszuloten, ob Interesse an einer ähnlich gelagerten Ausbildung bestehen könnte oder der berufliche Weg vielleicht doch woanders hinführen soll.

 

Die TECademy am Bildungszentrum Parkschule/ Abteilung Realschule in Kressbronn ist ein Kooperationsprojekt zwischen Industrie, Hochschulen, beruflichen Schulen und Handwerk sowie anderer Bildungsinstitutionen – und richtet sich an Realschüler der 9. Klassen. Durchgeführt wird das Projekt, das seit mittlerweile neun Jahren erfolgreich besteht, vom gemeinnützigen Bildungsträger BBQ gGmbH. In einem praxisnahen Jahresprogramm werden abwechslungsreiche fächerübergreifende Themen behandelt. Zusätzlich werden Übungen zur Stärkung von Schlüsselqualifikationen durchgeführt sowie bewerbungsrelevante Themen behandelt. Gefördert wird das Projekt durch die Agentur für Arbeit und durch den Arbeitgeberverband Südwestmetall.

 

Treffpunkt am Standort Betriebsmittelbau der ifm Electronic GmbH in Kressbronn. Heute steht für die Teilnehmer der TECademy ein ganzer Tag im Ausbildungszentrum an – von 8 bis 15.30 Uhr. Wie werden Platinen bestückt und programmiert, wie die nötigen Kabelverbindungen hergestellt? Solche Fragen stehen im Mittelpunkt. Eigene Platinen herzustellen, sie später dann im Technikunterricht der Schule weiter verwenden zu können, auch das hat seinen besonderen Reiz. Unter die Fittiche genommen werden die Schülerinnen und Schüler von Auszubildenden, die ihnen aus erster Hand Informationen über ihren Berufsalltag vermitteln können. Dass die TECademy längst zu einer „Win-Win-Situation“ geworden ist, in dieser Einschätzung ist man sich auf beiden Seiten einig. „Gerade angesichts des Fachkräftemangels ist es eine gute Initiative, rechtzeitig Verbindungen zu knüpfen. Deshalb ist die Kooperation mit der Schule sehr wertvoll“, sind sich Andreas Hartrampf, Hauptabteilungsleiter Bereich Betriebsmittel und Standortverantwortlicher Betriebsmittelbau, und Ausbilder Martin Weber einig. „Das gute Miteinander von Schule und Betrieb ist wichtig“, ergänzt der stellvertretende Schulleiter der Parkschule, Stefan Weigele. „Die Schüler können neue Stärken entdecken und präsentieren – und natürlich die Chancen für die Suche nach einer Lehrstelle verbessern“, betont er. „Gerade der Kontakt der jungen Leute untereinander ist ein entscheidender Faktor“, so die Einschätzung von BBQ-Projektleiterin Hanim Heim. Sie verweist darauf, dass die TECademy übers ganze Schuljahr hinweg mehr als 15 Termine in Unternehmen oder der Häfler Wissenswerkstatt vermittele und für interessierte Betriebe auch ergänzende Angebote – wie etwa Deutsch-Nachhilfe für Azubis mit Migrationshintergrund – organisiere.

 

Jonathan Dietrich wird heute vom Sean Dhein betreut. Er ist 17 Jahre alt und Azubi im zweiten Lehrjahr zum „Elektroniker für Geräte und Systeme“. Sean kann also zeigen, was er bisher gelernt hat, kann sein Wissen an Jonathan weitervermitteln. Genauso wie der 20-jährige Philip Peter, Auszubildender zum „Fachinformatiker mit Richtung Anwendungsentwicklung“. Berfin Karabakla, Naomi Schmidt, Lena Meister, Vanessa Görig und Fabian Gromes haben sich ihm angeschlossen, lassen sich mit großem Interesse in bisher unbekannte Sphären der Programmierung einführen – und dürfen am Ende des Tages unter anderem verstehen, wie man LED’s automatisch zum Leuchten bringen kann. „Hat Spaß gemacht“, fasst auch Jonathan Dietrich seine Eindrücke zusammen. „Man hat wirklich klasse Einblicke in den Alltag eines technischen Berufes bekommen.“