03.05.2018, Tübingen
(Prüfungs-)Stress? Nein, danke!

Stress ist in Deutschland weit verbreitet. Laut der Forsa Studie im Jahr 2013 mit etwa 1000 Befragten empfinden 6 von 10 Menschen in Deutschland regelmäßig Stress.

Drei Jahre später 2016 geben 60% der Befragten an, dass der Stresspegel seit der letzten Umfrage zugenommen hat.(1)

 

Nicht zuletzt liegt die Ursache in der beruflichen Belastung. Für den Auszubildenden F. Fürst kein Wunder: „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der jedes gewonneneZeitfenster wieder mit neuen Aufgaben gefüllt wird. Ruhe- und Entspannungsphasen kommen dagegen permanent zu kurz.“

 

Seit 15 Jahren verzeichnen die Krankenkassen eine Zunahme stressbedingter Krankschreibungen. Diagnosen wie Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen sind keine Seltenheit.(2)

 

Doch Stress lässt sich vermeiden. Viele Stressgeschädigte machen einen großen Fehler: Sie wollen das Problem nicht wahrhaben. Der erste Schritt zur Stress Vermeidung oder Reduzierung ist zu erkennen, was einen belastet und welche Ressourcen und Strategien zum Ausgleich entgegenwirken.

 

Ein Auszubildender gibt zu verstehen: „Ich fühle mich oft überlastet, aber häufig weiß ich nicht mit der Situation umzugehen“. Demnach ist es also wichtig, Ursachen zu analysieren und zu beheben aber auch zu lernen mit nicht vermeidbarem Stress umzugehen.

 

Die Auszubildenden aus dem Projekt „BaE - Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen“ in Tübingen haben sich in einem eintägigen Seminar „(Prüfungs-) Stress? Nein, danke!“ im BBQ mit ihren persönlichen Stressoren auseinandergesetzt und ihre vorhandenen Stressbewältigungsstrategien erweitert.

 

In belastenden Situationen folgt der Mensch subjektiven durch Erfahrung und Erziehung gesammelten Verhaltensmustern – Ziel des Seminars war es diese Muster zu erweitern.

 

So erhielten die Auszubildenden neben einen theoretischen Einblick in die Thematik (Ursachen und Auswirkungen von Stress) Informationen und gezielte Übungen zu weiteren Bewältigungsstrategien (z.B. progressive Muskelentspannung, Akupressur, Atemtechniken oder Meditationen und Traumreisen).

 

Das Fazit einer Auszubildenden zum Seminarinhalt: „Ich habe ohne Erwartungen an dem Seminar teilgenommen und bin begeistert. In Zukunft werde ich einzelne Methoden in meinen Alltag integrieren und gezielt Übungen anwenden […] auch vor Prüfungen.“


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(1)  TK-Stressstudie 2016: Entspann dich, Deutschland, unter: www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/921466/Datei/3654/TK-Stressstudie_2016_PDF_barrierefrei.pdf (abgerufen am 26.04.2018).
(2)  Merkel, W. Wolf (2013): Jeder fünfte Deutsche fühlt sich im Dauerstress, unter: www.welt.de/gesundheit/article121362378/Jeder-fuenfte-Deutsche-fuehlt-sich-im-Dauerstress.html (abgerufen am 26.04.2018).