13.06.2018, Göppingen - Neue Württembergische Zeitung
Technische Berufe erkundet

In Workshops haben Schülerinnen der Girls'-Day-Akademie technische Berufe kennengelernt.

„Die Girls’ Day Akademie ist ein ganz wichtiger Baustein für die qualifizierte Berufsorientierung von Mädchen“, erklärt Marion Janousch, Gleichstellungsbeauftragte der Agentur für Arbeit in ihrem Grußwort bei der feierlichen Zertifikatsübergabe jüngst in Göppingen. Nur zwölf Prozent der Mädchen wählen einen Ausbildungsberuf aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (Mint). „Da geht mehr“, ist sich Janousch sicher.

 

Ein halbes Jahr lang haben die jungen Mädchen an der Girls’-Day-Akademie teilgenommen, die vom Bildungsträger BBQ organisiert und vom Arbeitgeberverband Südwestmetall sowie der Agentur für Arbeit finanziert wird. In zahlreichen Workshops bei Unternehmen haben die Mädchen, die alle um die 14 Jahre alt sind, die verschiedensten Mint-Berufe kennen gelernt, Teamtrainings absolviert, ein Assessment-Center geprobt und Präsentationstechniken geübt. Adriana Pacella, Projektleiterin des Angebots von BBQ, weiß, dass die Mehrbelastung für die Mädchen zusätzlich zur Schule durchaus anspruchsvoll ist. „Die Mädchen waren mit viel Engagement dabei und haben die Möglichkeit genutzt, einen Blick in die Berufswelt zu werfen.“ So zum Beispiel bei der Daimler AG in Stuttgart, bei Balluff in Neuhausen, Thyssen Krupp, der Filmakademie Ludwigsburg, im Versuchslabor der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd – aber auch bei Schuler in Göppingen und bei vielen anderen Angeboten mehr haben sich die Schülerinnen umgesehen. „Es werden immer mehr“, freut sich Adriana Pacella. In ihren kurzen Abschlusspräsentationen berichteten die jungen Frauen, was sie in den vergangenen Monaten erlebt haben: Sie waren aktiv dabei und haben geschweißt, gefräst, gelötet, Kosmetik entwickelt, Kulissen gebaut, Filme geschnitten und Platinen bestückt.

 

Klaus-Dieter Enghardt,  bei Schuler verantwortlich für die Weiterbildung,  zeigte sich vom Einsatz der Schülerinnen begeistert. Man verbringe den Rest des Lebens im Beruf, darum, so Enghardt, solle man sich diese Entscheidung gut überlegen und sich nicht unbedingt von seinem Umfeld verunsichern lassen, sondern seinen Weg gehen und sich  ausprobieren – wie bei der Girls’-Day-Akademie.