Ernährungsbildung mit Spaß – der etwas andere Workshop in Corona-Zeiten

  in Freudenstadt | BBQ

Leckeres Essen mit frischen und saisonalen Zutaten in Gemeinschaft zubereiten, beim Einkauf und der Zubereitung bewusst und nachhaltig mit Ressourcen umgehen und dabei noch den Geldbeutel schonen. Wie das gelingen kann? Dieser Frage sollte in diesem Kurs nachgegangen werden.

Im Rahmen von „Fit im Alltag 2020“ wurden im Projekt „Gemeinschaftlich gesund und günstig kochen“ mehrere Veranstaltungen durchgeführt, die vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert wurden. Durchgeführt wurde es vom Landwirtschaftsamt des Landkreises Freudenstadt und den Kooperationspartnern „Bildung und Berufliche Qualifizierung“ (BBQ) in Freudenstadt und der Gesundheitskoordinatorin Sonja Voigt, die im Modellprojekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“ arbeitet.

Die fünf bis acht Teilnehmenden verschiedenster Altersstufen und Nationalitäten kamen an drei aufeinanderfolgenden Freitagvormittagen im Juni und Juli 2020 in den Räumlichkeiten des BBQ Freudenstadt zusammen.

Geplant war an allen drei Vormittagen zu kochen. Allen Teilnehmenden hätte das wirklich Spaß bereitet. Gerade weil die Teilnehmenden einen großen Schatz an vielfältiger Küche aus ihren Heimatländern mitbringen. Die Coronapandemie und die einzuhaltenden Hygienebestimmungen führten jedoch zu Änderungen des Programmablaufs. Das Kochen konnte leider nicht umgesetzt werden. Anstelle dessen traten zwei Vorträge mit verschiedenen Themen. Hygiene, Reinigung, Wäschepflege und die Grundlagen der Ernährung standen bei der Dipl. Ökotrophologin Bettina Schmitz auf dem Programm. Bei den Vorträgen brachten die Teilnehmenden immer wieder ihre persönlichen Erfahrungen mit ein, und so waren die Vormittage lebendig und von regem Austausch geprägt.

Die Praxis sollte dennoch nicht zu kurz kommen. Am letzten Freitag stand ein Besuch auf dem Wochenmarkt in Freudenstadt an. Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, Fisch, Backwaren, Blumen – alles was das Herz begehrt ist auf dem Wochenmarkt erhältlich. In Gruppen aufgeteilt gingen die Teilnehmenden über den Wochenmarkt und kauften saisonale Lebensmittel ein und verglichen die Preise. So wurden drei verschiedene Erdbeersorten, Süßkirschen, Kohlrabi, Zucchini, Salat und Melone einkauft. Mit gefüllten Stofftaschen und ging es zurück in den Seminarraum.

Nach der Rückkehr standen die Erfahrungen der Teilnehmenden zum Marktbesuch im Mittelpunkt. So waren einige Teilnehmende über die Vielfalt des Lebensmittelangebotes erstaunt. Andere hatten entdeckt, dass Kirschen in ähnlicher Preisklasse angeboten wurden, dafür aber war die Verpackung unterschiedlich. So gab es Kirschen lose, in Papp-  und auch Plastikschalen zu kaufen. Der Nachhaltigkeit wegen entschieden die Teilnehmenden sich zum Kauf der losen Ware.

Anschließend wurden mit allen Sinnen die gekauften Lebensmittel probiert – selbstverständlich unter strengen Hygienemaßnahmen.

Als erstes wurden die Erdbeeren verkostet und der Geschmack beschrieben. Süß und teilweise viel Säure, aber wenig aromatisch, so das Fazit des Geschmackstests. Nur die alte Erdbeersorte „Mieze Schindler“ überzeugte die Teilnehmenden. Sie erinnert geschmacklich an Walderdbeere und hatte ein starkes Aroma. Leider war die Schale Erdbeeren von dieser Sorte im Vergleich zu den anderen verkosteten Sorten im Preis sehr hoch. Diese kann somit nur ab und zu auf dem Speiseplan stehen. Beim Gemüse wurde auch Kohlrabi probiert. Für die Teilnehmenden eine besondere Sinneserfahrung, da viele Teilnehmer die Kohlrabis weder kannten noch probiert hatten.

Die Kursleiterinnen Caroline Prado-Palma und Bettina Schmitz hatten schon geahnt, dass die Teilnehmenden zu gerne die Infos beim gemeinsamen Kochen umgesetzt und viele Lebensmittel probiert hätten. Deshalb baten sie die Teilnehmenden zwei Rezepte aus dem „GenussN!-Kochbüchle“ des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg daheim nach zu kochen und zu fotografieren – so konnten die Teilnehmenden doch noch ihr Kochtalent unter Beweis stellen. Sie staunten nicht schlecht über die lecker aussehenden und hungrig machenden Fotos. Gleichzeitig fand eine Diskussion darüber statt, welche alternativen Lebensmittel verwendet werden können, wenn Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien vorliegen.  

Auch wenn die Teilnehmenden bedauerten, dass nicht gemeinsam gekocht werden konnte, so waren sich alle einig, dass viele nützliche Tipps und Informationen für den Alltag vermittelt wurden, die die Arbeit im Haushalt und beim Kochen leichter machen, Geld und Zeit sparen und einfach nur praktisch sind.

Für Herbst 2020 sind weitere Veranstaltungen im Projekt geplant. Wer Interesse hat, kann sich gerne beim Landwirtschaftsamt bei Ariane Kleiner unter der Telefonnummer 07451 907-5460 oder per E-Mail kleiner@kreis-fds.de über weitere Veranstaltungstermine informieren.

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Ernährungsbildung macht Spaß

Frisches Gemüse ist lecker und gesund!